Die 50iger Jahre
Im Juni des Jahres 1950 führte Hans Schreiner Gespräche mit der Militärregierung in Kelheim zur Gründung eines Segelfliegervereins. Diese teilte jedoch mit, dass eine Segel- und Modellflugvereinigung verboten sei, nur eine Interessengemeinschaft wäre erlaubt.
Am 10. August 1950 wurde der Deutschen Aero Club e.V. gegründet. Dies war Anlaß ein Treffen aller Fluginteressierten zu organisieren. Einem Aufruf in der örtlichen Tageszeitung folgten 19 Interessenten des Segelfluges. Sie trafen sich in der Langschänke in Kelheim, dem ehemaligen Clublokal des DLV. Die neu zusammen gefundene Gruppe nannte sich „Interessengemeinschaft für den Olympischen Flugsport Kelheim“.
Nachdem Hans Schreiner an der Gründungsversammlung des Luftsportverbands Bayern (LVB) am 3. September 1950 in Nürnberg teilgenommen hatte, wurde in Kelheim beschlossen, einen eigenen Verein zu bilden und sich dem LVB anzuschließen.
Gründungsversammlung
Am 28.September 1950 fand die Gründungsversammlung im Langkeller statt, in der 24 Anwesende eine Vorstandschaft wählten.
Zum 1. Vorsitzenden wurde der kaufmännisch Angestellte Hans Schreiner gewählt, 2. Vorsitzender wurde Ernst Cetto, Kassier Josef Unterreitmeier, Schriftführer Alois Riepl, Segelflugreferent Hans Schreiner und Modellflugreferent Georg Schneider.
Der Motor- und Segelflug war bis zu diesem Zeitpunkt immer noch verboten, lediglich der Modellbau war erlaubt. Mit eigenen Modellen wurde an Wettbewerben teilgenommen, und es wurde auch eigene organisiert und durchgeführt. Für die Gruppe Modellbau und die Werkstatt war Georg Schneider, Maler in Kelheim, zuständig.
Bau des 1. Flugzeugs
Noch vor der Freigabe des Segelfluges am 18. Mai 1951 beschäftigten sich 12 Mitglieder des „Segelfliegerverband Kelheim e.V.“ mit dem Bau eines eigenen Segelflugzeugs vom „Typ Grunau Baby III“, kurz „Baby“ genannt. Dies waren Hermann Braun, Josef Braun, Hermann Leichtl, Josef Elsinger, Heinz Hasl, Alfred Schmaus, Paul Müller, Theo Förstl, Josef Unterreitmeier, Rudolf Goldberger und Gerhard Weber. Emil Ott unterstützte den Verein finanziell. Die Pläne wurden von Heinz Hasl besorgt.
Da eine entsprechende Werkstatt und Unterkunft der Flieger noch nicht vorhanden war, wurde der Bau des Flugzeugs im Dachgeschoß der Schreinerei Braun begonnen. Nach 18 Monaten Arbeit nach Feierabend war dann das „Baby“ (D-1049) fertig gestellt. Während dieser Bauzeit war für die Flieger die Schreinerei Braun wie ein Zuhause. Die Familie Braun hatte durch diese Hilfe einen wertvollen und entscheidenden Beitrag zum Gelingen dieses Vorhaben geleistet. Dafür sei auch heute nach 50 Jahren noch ein großer Dank ausgesprochen. Die Brüder Hermann und Josef Braun waren lange aktive Flieger, der Sohn Johann ist noch heute aktives Mitglied.
Änderung des Vereinsnamens zu „Flugsportverein Kelheim e.V.“
Am 03. Mai 1952 wurde in der Jahreshauptversammlung die Änderung des Vereinsnamens beschlossen. Von nun an sollte der Verein „Flugsportverein Kelheim e.V.“ heißen. Dieser Name hat bis heute noch Gültigkeit. Als 2. Vorsitzender wurde Wilhelm Alt gewählt, das Amt des Kassiers erhielt Josef Unterreitmeier.
Um das Fliegen zu ermöglichen, wurden die drei Arbeitsgruppen „Flugzeug“, „Startwinde“ und „Unterkunft“ gebildet. Die Gruppe „Flugzeug“ beschäftigte sich mit dem Bau des ersten eigenen Flugzeugs, wie oben beschrieben.
Für den Bau einer Startwinde wurde der Verein von der ortsansässigen Firma A&C Kosik stark unterstützt. Anhand eigens konstruierter Pläne wurde die erste Winde in unzähligen Arbeitsstunden gebaut. Insgesamt wurden während der Gründerjahre zwei gebaut. Die erste, auf einem Militärfahrzeug, war zu schwach. Als Basis für die zweite diente ein schrottreifer Opel Blitz Lastwagen, der mit dem Omnibusmotor von der Zellwolle und einer zugekauften Turbo-Kupplung ausgestattet wurde.
Die ersten Flüge auf dem Messerschmitt Gelände
Nur durch das Zusammenspiel aller drei Gruppen konnte des Fliegen ermöglicht werden. Das Fluggelände war im Einvernehmen mit den Regensburger Fliegern auf dem damaligen Gelände der Messerschmittwerke in Regensburg-Prüfening vorhanden
Um auch die Schulung für Anfänger zu ermöglichen, griffen die Mitglieder in die Tasche und kauften aus Heidelberg einen Schulgleiter vom Typ SG 38, auch „Fledermaus“ genannt. Da es sich hier um ein offenes Fluggerät handelte, wurde dieses noch mit eigener Arbeitsleistung mit einer Verkleidung (Boot) ergänzt. Im Oktober 1952 erfolgten mit den beiden Flugzeugen ‘“Grunau Baby III“ und „SG38-Boot“ die ersten Starts in Regensburg.
Am 19. Oktober 1952 wurde das Baby auf dem Kelheimer Stadtplatz feierlich auf den Namen „Donaumöwe I“ getauft. Anschließend erfolgte der 1. Start des Babys in Kelheim.
Der „SG38-Boot“ wurde später nach Emmerich (nahe der holländischen Grenze) verkauft.
Das erste Doppelsitzerflugzeug
Diese Einsitzer-Schulung wurde im Oktober 1954 aufgegeben. Zusammen mit den Regensburger Kameraden kaufte man sich das doppelsitzige Segelflugzeug „Mü 13 E“ (D-1165) im Rohbau. Die Fertigbauten wurden von Vereinsmitgliedern ausgeführt. Der Kaufvertrag wurde am 23.12.1954 unterzeichnet.
Der Flugsportverein Kelheim wollte schon bald von den Regensburgern unabhängig sein und kaufte sich den Doppelsitzer „Bergfalke II“ (D-1255), wiederum als Rohbau. Fertig gebaut wurde er dann in der Baracke am alten Kanalhafen in ca. 4000 Arbeitsstunden, davon 3000 nachts. Der Stoff für die Bespannung - eine neue synthetische Faser - wurde von der Süddeutschen Zellwolle AG zur Verfügung gestellt, Material für den dazugehörigen Flugzeuganhänger stiftete die Firma A&C Kosik.
Am 8. Mai 1955 war auf dem Kelheimer Stadtplatz die feierliche Einweihung und Taufe des Bergfalken auf den Namen „Donaumöve II“.
Da die Flugzeuge in Kelheim waren und in Regensburg geflogen wurden, war es an jedem Flugtag notwendig, das gesamte Fluggerät samt Seilwinde nach Regensburg zu fahren, aufzubauen und nach dem Flugtag abzubauen und wieder nach Kelheim zu transportieren. Der Wunsch, ein eigenes Gelände in Kelheim zu besitzen, war sehr groß.
Am 5. Januar 1956 wurde Gerhard Weber als 2. Vorsitzender in die Vorstandschaft gewählt.
Eigenes Fluggelände am Donauufer in Kelheim
Inzwischen war es Hans Schreiner in zähen Verhandlungen gelungen, von Landwirten in Kelheim ein eigenes Gelände zu pachten. Es befand sich zwischen Damm und Donau („Donauwiesen“, heutiger Parkplatz am Donauufer des Volksfestplatzes zwischen den beiden Brücken). Dies geschah in Zusammenarbeit mit der Stadt Kelheim. Hervorzuheben seien hier die Bemühungen von Stadtbaumeister Herrn Murmann und den Landwirten Plettl, Ehrnthaller, Hallermeier und Forster.
In der offiziellen Genehmigung wurden die Flugplatzkoordinaten mit 48°55’ Nord und 10°50’25’’ Ost angegeben.
Die Flugzeuge samt Winde mußten nun an jedem Flugtag ‘nur noch’ vom Kanalhafen zum Fluggelände Donauwiesen transportiert, aufgebaut, am Abend abgebaut und wieder zurückgebracht werden.
Neue Fliegerhallen am Pflegerspitz
Nachdem die Unterkunft am Kanalhafen wegen dem Bau eines Schullandheimes (Donau-Oberrealschule Kelheim) 1958 gekündigt wurde, war man gezwungen, eine neue Unterkunft mit Werkstätten zu bauen.
Es folgte die Errichtung der Fliegerhallen am Pflegerspitz. Nach vielen Arbeitsstunden in Eigenleistung war der Bau 1958 vollendet. Für die Erd-, Maurer- und Teerarbeiten war Ludwig Amann verantwortlich. Für diese Leistungen ist der Verein noch heute zu großem Dank verpflichtet.
Die Gebäude am Pflegerspitz waren bis 1976 Eigentum des Flugsportvereins Kelheim. Die Hallen existieren noch heute und werden teilweise vom Kaninchenzuchtverein genutzt.
Die Donaumöve III kommt zum Verein
Im September 1957 wurde das „Grunau Baby III“ an den Fliegerclub Schwandorf verkauft. Nachdem es später mehrere Jahre in Dänemark stationiert war, ist es heute in Privatbesitz eines Straubinger Fliegers. Als Ersatz für das „Baby“ konnten die Flieger den Leistungssegler „L-Spatz 55“ (D-1468) erwerben. Er wurde auf den Namen „Donaumöve III“ getauft.
Stand: 06.02.2012

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Flugsportverein Kelheim e.V.
Fluggelände Hienheim 48°52’44’’ N / 11°45’50’’E 1312 ft / 400 m RWY 11 / 29 Frequenz: 123,500
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